Jetzt ist es schon zweieinhalb Monate her, dass ich meine Heimat Deutschland verlassen habe, und es ist so viel passiert. Wir, also Svenja, Max und ich, arbeiten alle zusammen in der Nähe von Oudong, einem kleinen Dorf in Kambodscha. Oudong liegt ca. 50 km von der Hauptstadt Phnom Penh entfernt. Wir unterrichten an einer Schule mit rund 300 Kindern im Alter von 5 bis 20 Jahren. Die Landschule ist eine zusätzliche Schule, welche den SchülerInnen zusätzlich zu der öffentlichen Schule die Möglichkeit zum Lernen bietet. Die Englischkenntnisse und der Umgang mit dem Computer, welche hier vermittelt werden, helfen den Schülern einen Studienplatz und einen besseren Job zu bekommen.
Seit kurzem habe ich jetzt zwei Klassen, die ich alleine unterrichte. Es handelt sich um eine Extra Class, in welcher ich 6 von den jüngsten Schülern unserer Schule mit ein wenig Verständigungsschwierigkeiten versuche, die englische Sprache beizubringen. Die andere Klasse, die ich unterrichte, ist eine Computer Class. Eine dritte Klasse unterrichte ich mit Svenja zusammen, was auch dringend nötig ist, da in dieser Klasse 47 SchülerInnen sind. Jeden Morgen treffen wir uns noch mit den Lehrern unserer Schule, um ihnen zu helfen ihr Englisch zu verbessern, und im Gegenzug bekommen wir Unterricht in Khmer, der Landessprache in Kambodscha.
Bei einer Sache bin ich mir sehr sicher, dass mein Weg von Oudong zur Dorfschule der schönste Weg zur Arbeit ist, den ich je haben werde: grüne Reisfelder an beiden Seiten der Straße, meistens ein strahlend blauer Himmel und riesige Palmen. Wobei die Straße von der ich hier rede eigentlich nur eine Sandstraße mit vielen Schlaglöchern ist. Wir fahren jeden Tag mit dem Moto zur Schule und wir sind natürlich auch schon bei der ersten Fahrt im Schlamm hingefallen. Und das sollte nicht das letzte Mal bleiben.
Am Wochenende fahren wir immer nach Phnom Penh, da Oudong doch sehr ländlich gelegen ist. In Phnom Penh gibt es viele Sehenswürdigkeiten, wobei neben den traditionellen Märkten auch der Königspalast und das Independence dazugehören. Letztes Wochenende gab es auch eine Zeremonie zur 60- jährigen Unabhängigkeit des Landes. Die ganze Stadt war mit kleinen Flaggen geschmückt und es gab ein Feuerwerk. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und freue mich noch weiterhin die Gelegenheit zu haben Kambodscha besser kennen zu lernen.

Eva - Lotte G.