3- Monatsbericht
Wenn ich daran denke, dass die ersten drei Monate meines Aufenthalts in Kambodscha bereits verstrichen sind, frage ich mich, wo die Zeit geblieben ist... Hinter mir liegen drei wundervolle Monate, die ich mit tollen Momenten und wichtigen Erfahrungen verbinde.
Ich kann behaupten, dass ich mich innerhalb dieser drei Monate sehr gut in Kambodscha, der Kultur und dem hiesigen Alltag eingelebt habe. Das Leben hier ist anders als das in Deutschland, ohne Frage, aber ich mag es sehr!
Als ich vor genau drei Monaten in den Flieger gestiegen bin, wusste ich nicht genau, was mich erwartet. Ich war zwar schon oft für längere Zeiträume im Ausland, u.a. in Südamerika und habe zwei Jahre in Spanien studiert, dennoch war ich noch nie zuvor in Südostasien. Ich ging also ganz nach dem Motto „tabula rasa“ (das unbeschriebene Blatt) nach Kambodscha und wusste bereits nach den ersten Tagen hier, dass sich mein Blatt schnell mit vielen neuen Eindrücken und Kenntnissen füllen wird.
Um einen Eindruck meines Lebens in Kambodscha zu geben, möchte ich meinen typischen Alltag beschreiben:
Jeden Morgen zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr werde ich geweckt von den Hühnern in unserem Hof und den Mönchen, die ihre Mantras in der Pagode nahe unserem Haus aufsagen. Anfangs war ich davon nicht sehr begeistert, doch mittlerweile habe ich mich an die Geräuschkulisse gewöhnt und werde lieber von den Mönchen als von meinem Wecker geweckt. Wenn ich es aus dem Bett geschafft habe, gehe ich meist auf den lokalen Markt in unserer Siedlung, um das Frühstück zu kaufen. Die Kommunikation auf dem Markt war zu Beginn nur mit Händen und Füßen möglich, doch seit über einem Monat habe ich dreimal in der Woche Khmer Unterricht bei Phary, der Gründerin von KKO und kann mich mittlerweile gut mit den Locals verständigen. Wieder zuhause, frühstücke ich danach gemeinsam mit meinen Mitbewohnern. Ich wohne mit drei anderen Langzeit Freiwilligen Solveig, Miguel und Franz etwa 4km außerhalb Siem Reaps auf dem Land. Wir leben auf einem großen Grundstück, räumlich getrennt in zwei verschiedenen Häusern, doch verbringen wir sehr viel Zeit miteinander.
Mein Arbeitstag beginnt um 8Uhr morgens, wenn ich in unserem Office in der Stadt ankomme. Ich arbeite für KKO (Khmer for Khmer Organisation) im Bereich Marketing und Fundraising. Zu meinen Hauptaufgaben zählt die Verwaltung der Social Media Kanäle der Organisation, die Pflege von Kundenbeziehungen und die Suche nach möglichen Kooperationspartnern und Spendern. Da ich zudem an allen Meetings teilnehme und die Protokolle schreibe, habe ich schnell einen detaillierten Einblick in die gesamte Organisation erhalten können. Besonders möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, wie liebevoll ich von dem gesamten KKO Team aufgenommen wurde. Heimweh habe ich bisher noch nicht verspürt, was daran liegt, dass ich hier Teil einer zweiten Familie geworden bin. Die Kambodschaner sind ein sehr liebevolles, hilfsbereites und meist lachendes Volk. Wir haben sehr viel Spaß zusammen, albern rum und erzählen uns gegenseitig Dinge über unsere Kulturen. Dabei stellen wir immer wieder fest, welche Unterschiede zwischen unseren Leben bestehen, aber wie ähnlich wir uns trotz dessen sind.
Zusammenfassend liegen drei sehr spannende Monate hinter mir und ich blicke mit Freude auf die Monate, die noch vor mir liegen!
 
Nora