Berlin Spring

Frühjahrsputz im Frühling oder doch Wintereinsatz?

Das Berlin Spring Workcamp überraschte nicht nur die Teilnehmer, sondern auch uns als Teamer. Anstatt angenehmen Frühlingstemperaturen erwischte uns der Winter noch einmal mit großer Unbarmherzigkeit. 2 Wochen bei Minustemperaturen in der Projekt – und Begegnungsstätte der VJF e.V. und keine Arbeit, welche man draußen erledigen konnte. Also suchten wir uns andere Arbeit und warme Heißgetränke halfen uns die ersten Tage zu überstehen. Wir, dass sind 11 junge arbeitswillige Leute aus Deutschland, Spanien, Italien, Korea, Japan, Serbien, Georgien und der Ukraine.

Campsprache war wie immer Englisch, was lediglich einer Teilnehmerin Probleme bereitete. Ansonsten gab es kaum Schwierigkeiten bei der Verständigung – wozu gibt es Hände und Füße? Die ersten Stunden des Kennenlernens verliefen recht entspannt und schnell wurden Kontakte geknüpft. Es wurde sofort über Problematiken und Topographie der jeweiligen Länder geredet. Selbstverständlich, wie in jedem anderen Workcamp vermutlich auch, wurden sofort einige Brocken der Muttersprache an andere weitervermittelt und selbst Kraftausdrücke wurden rege ausgetauscht ...

Schnell wuchs man als Gruppe zusammen und selbst der eigenwillige Alleingang eines Teilnehmers, der uns als Teamer ab und zu vor Probleme stellte, konnte die Gruppendynamik nicht zerstören. Man erledigte die Besorgungen, kochte gemeinsam und verbrachte die Abende gemeinsam. Nichts konnte uns als Gruppe nach gerademal drei Tagen auseinanderbringen. Die Aufgeschlossenheit aller Teilnehmer überraschte uns, war aber nur dienlich.

Die Arbeit fiel aufgrund des saukalten Wetters und der schlechten Bedingungen vor Ort recht spartanisch aus. Dennoch gab es einiges an Arbeit zu erledigen und beschäftigte uns während der Ostertage, da kaum etwas zu besuchen war. Wir schliffen die Türen in den Bungalows, eine Bank und Hollywoodschaukel und verpassten diesen beiden einen neuen Anstrich. Außerdem konnten wir in den letzten Tagen durch das etwas verbesserte Wetter einige kleine Arbeiten draußen erledigen und Holz sammeln sowie einige Bereiche der PuB säubern.

Die Ausflüge machten allen Beteiligten Spaß und beliefen sich größtenteils auf Sehenswürdigkeiten. Man besuchte den Alexanderplatz, das Brandenburger Tor, den Gendarmenmarkt, den Potsdamer Platz, den Checkpoint Charlie und und und ... Selbst ein kleiner Ausflug in eine Bar über den Dächern Berlins belohnte die Arbeit der Teilnehmer und vergaß den teuren Spaß für den Fernsehturm. Auch ein geselliger Abend beim Bowling schweißte uns als Gruppe zusammen und der Muskelkater am nächsten Morgen, nach zwei Stunden des Wettbewerbes, ließ uns kalt (was wohl nicht nur am Wetter lag!). Ein Ausflug der sich wohl für jeden gelohnt hat war der Besuch des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Hier kamen am Abend viele verschiedenen Meinungen und Gedanken zum Vorschein und ließen uns eine äußerst interessante Diskussion führen.

Die Tage vergingen und das Camp neigte sich dem Ende zu. Die Stimmung wurde ruhiger und keiner wollte so recht das Camp verlassen auch wenn er sich auf die Heimat freute. Als nun der Tag des Abschieds kam flossen bei dem ein oder anderen auch die ein oder andere Träne. Dennoch sind wir alle nicht alleine zurück in unsere jeweiligen Länder gefahren. Wir haben tolle Erlebnisse und Erfahrungen mitgenommen, die uns wirklich niemand nehmen kann und die wir für immer in unserem Herzen tragen werden. Jeder hat noch Kontakt zu den anderen und durch die heutzutage verbesserte Kommunikation durch sogenannte soziale Netzwerke ist es uns möglich sich untereinander auszutauschen. Außerdem beginnt nun die Planung eines weiteren Workcamps für uns alle in Korea durch die aktive Mitwirkung einer Teilnehmerin in ihrer Partnerorganisation.

Was bleibt also noch zu sagen? Danke VJF für die wunderschönen zwei Wochen und die Erfahrungen, die jeder von uns dadurch machen durfte!

Christian H.