Mablethorpe, UK

06.08.2007 – 27.08.2007

Am 06. August 2007 wagte ich den Weg von Berlin nach Mablethorpe zu meinem 3-wöchigen Workcamp. Die Reisevorbereitung gestaltete sich ein wenig schwierig, da das Camp etwas abgelegen ist. Nach einer langen Zug- und Busfahrt kam ich schließlich an und wurde sehr freundlich begrüßt und über die Campvorschriften sowie Camppflichten instruiert.

Unser Team bestand aus Leuten aus vielen verschiedenen Ländern. Um nur einige zu nennen: Ungarn, Italien, Frankreich, Tschechien, Slowenien, Finnland etc.. Die Zusammenarbeit war stets harmonisch, nie gab es Stress oder Streit untereinander, und wir lernten alle vom gegenseitigen Kulturenaustausch, was äußerst interessant war.

In England werden Jungen von Mädchen sehr streng getrennt, so dass wir größtenteils nur die Jungen im Alter von 8-11 beaufsichtigten. Nur selten durften Mädchen & Jungen zusammenspielen, etwa am Strand oder unserem Disco-Ausflug ;) Die Kinder waren sehr anstrengend. Viele waren hyperaktiv oder waren verhaltensgestört. Die Camps liefen i.d.R. eine Woche. Am Anfang der Woche stand Sweets Shopping, damit die Kleinen jeden Morgen mit Süßigkeiten versorgt waren. Eine für deutsche Verhältnisse eher gewöhnungsbedürftige Erziehungsmethode, aber wir wollten den Kindern eine möglichst unvergessliche Ferienwoche in unserem Camp ermöglichen. So gingen wir mit den Kindern in die kleine Stadt und kauften Süßigkeiten. An einem anderen Tag haben wir die Kinder zum sogenannten Gift Shopping begleitet, wo jeder sich selbst oder für die Elternteile eine Kleinigkeit aussuchen durfte. Nachmittags ging es oft zum Strand. Die Kinder konnten sich dort austoben, etwas baden oder einfach Fußball spielen. Zudem veranstalteten wir immer eine Garden Party. Die Kinder hatten in Gruppen einzelne Aufgaben zu lösen und möglichst viele Punkte zu sammeln, damit wir letztendlich einen Gewinner prämieren konnten. Das Highlight in der Woche war der Tagesausflug nach Pleasure Island, einem Vergnügungspark. Alle, ob Kinder oder Activity Leader, wollten dort länger bleiben weil es so ein riesiger Spaß war. Achterbahnen, Karussells und ähnliches ließen dies für alle ein unvergessliches Erlebnis werden. Den Abschluss unserer Campwoche umrahmte unsere Talent-Show. Wir Betreuer spielten den Kindern ein Stück vor, meist Komödien. Wir machten uns oft über uns selbst lustig. Danach konnten die Kinder etwas vortragen, ob Schauspiel, Singen o.ä.
Daneben liefen viele andere Aktivitäten, so dass die Kinder immer beschäftigt waren. Als sich der Aufenthalt dem Ende nahte, schienen alle recht traurig, das Camp und die damit verbundene tolle Zeit hinter sich zu lassen.

Wir waren sehr eingespannt in der Zeit, aber haben trotzdem viel Neues erlebt. Abend gingen wir meistens weg, in das nächst gelegene Pub oder spielten im Camp recht amüsante Spiele. In unseren 2 freien Tagen haben wir uns Lincoln angesehen.
Es waren 3 Wochen voller Action und einer sinnvollen Beschäftigung, da viele dieser Kinder die Zuwendung und Aufmerksamkeit brauchen, die ihnen zu Hause fehlt. Es war eine gute Möglichkeit, England, fernab des touristischen Zentrum Londons, und interessante Leute mit anderen kulturellen Hintergründen kennen zulernen.

Jens