USA Workcamp

30.07.-25.08.2008

Nach einem unstressigen luxeriösen Flug bin ich auf dem JFK-Airport in New York C gelandet. Von dort aus ging es mit dem subway zur Grand Central Station, von welcher ich eine ca. vier stündige Zugfahrt durch die schöne Pampa der USA erleben durfte. Nach kurzer Wartezeit wurde ich anschließend freundlich von Nick, welcher mit seiner Frau Andrea und zwei Söhnen das Camp betreibt, freundlich empfangen. Vom Bahnhof zum Camp fuhren wir noch ca. eine Stunde mit dem Auto. Das Camp liegt idyllisch in Great Barrington, MA (Staatengrenze New York/Massachusetts/Connecticut) "in the middle of nowhere". Great Barrington selbst hat ca. 5000 Einwohner und ist eine typisch amerikanische Kleinstadt. Die Farm selbst, beziehungsweise das Camp, war ein größeres altes Holzhexenhäuschen im amerikanischen Baustil der 50er Jahre mit Hühnern, Pferden, Schweinen. In dieser Umgebung lebten ca. 20 Behinderte (zum Großteil Autisten). Neben mir gab es noch vier deutsche und zwei japanische Campteilnehmer, außerdem gab es Randolph, der dort freiwillig schon über Jahre wohnte und arbeitete.

Jeder von uns hatte Behinderte zu betreuen, die er waschen, anziehen und ihnen bei allem, was ein Mensch so braucht um zu leben, behilflich sein musste.

Ich hatte zwei "guys", Tylor und David. Mein Tag sah wie folgt aus: Angefangen hat er meist gegen 6.30 Uhr. Nachdem ich mich aus dem Bett gekämpft hatte, habe ich die zwei Jungs geweckt, unter die Dusche gestellt, Zähne geputzt, angezogen und dann mehr oder weniger pünktlich um 8 Uhr zum Frühstück gebracht (irgendwie waren meine immer die letzten). Nach dem Frühstück sind die Bewohner fröhlich im riesigen Garten oder im Haus herumgetollt, während wir den Abwasch erledigten.

Dann hatte immer einer von uns die glorreiche Aufgabe, das Mittagessen zuzubereiten. Danach wieder der Abwasch. Zwischen Mittag und Abendessen sind wir dann entweder zum nahegelegenen See oder Fluss gefahren, sind spazieren gegangen oder haben einen Film geschaut. Abendessen gab’s dann entweder noch am See/Fluss oder daheim (natürlich draußen, da es immer schön warm war). Danach wieder der Abwasch. Dann war es an der Zeit, alle oder einen nach dem anderen (je nachdem, wie wir sie überreden konnten) ins Bett zu bringen. Wenn endlich alle im Bett waren, haben wir noch den Tisch gedeckt und ein paar Dinge für den nächsten Morgen vorbereitet und hatten dann ca. um 21.00 Uhr noch ein bisschen Zeit, ein paar Bierchen zu trinken. Das ging dann sechs Tage die Woche so, der siebte war frei. An seinem freien Tag konnte man dann ein Auto ausleihen und ein bisschen durch die Landschaft fahren (ich war unter anderem in Boston). Nach wunderschönen drei Wochen habe ich dann das Camp schweren Herzens verlassen, um noch ein paar Tage die USA mit dem Rucksack zu erkunden. Alles in allem muss ich sagen, dass es zwar kein Pappenstiel war, aber dafür war es eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Die Arbeit mit Menschen war zwar gewöhnungsbedürftig, aber da man dort praktisch alles alleine machen und lernen musste, gewöhnte man sich recht schnell daran (learning by doing). Die Besitzer von dem Laden waren zwischen 50 und 60 und sehr eigen und gewöhnungsbedürftig, aber nach einiger Zeit echt spitzenklasse.

Jedem, der sich überlegt, in dieses Workcamp zu gehen, empfehle ich es zu tun. Vorausgesetzt: Man sieht die Dinge nicht so eng, macht sich auch gerne mal die Hände schmutzig und braucht nicht unbedingt Anleitung, wie man irgendetwas macht. Wenn man sich damit arrangieren kann, wird es sicher ein Heidenspaß!!

Viel Spaß beim nächsten Camp und bis dahin einen schönen Winterschlaf :-)

 

Christoph