Workcamp Castle Hartenberg, Tschechische Republik

Sommer 2010

Diesen Sommer durfte ich eine besondere Erfahrung machen: Im Rahmen eines Freiwilligenprojekts in Tschechien konnte ich meinen Teil zur Restaurierung des Castle Hartenberg beitragen, und hierbei neue Kontakte zu liebenswerten Menschen knüpfen.

Es waren Freiwillige aus aller Welt gekommen, so dass ein internationales Flair gegeben war: die Teilnehmer kamen aus Serbien, Russland, Kanada, Polen, Ukraine, Frankreich, Südkorea, Tschechien, Spanien und Österreich.

Unser Tagesablauf sah in etwa so aus: um 7:00 morgens standen wir auf, dann ging’s nach dem Frühstück zur Arbeit im nahe gelegenen Schloss, mit Pausen bis 14:00 Uhr. Nach dem gemeinsamen Essen hatten wir frei, manchmal organisierten die Campleader Unternehmungen (so auch am Wochenende), und sonst nutzten wir unsere Zeit in der freien Natur durch Spaziergänge, Sport mit den Einheimischen oder Gespräche. Nicht selten entstanden interessante Diskussionen, bei welchen der eigene Standpunkt fortwährend verändert wurde, da durch die verschiedenen Kulturen zu Beginn viele verschiedene  Sichtweisen bestanden, und man mit Fortlauf des Gesprächs die Ansichten seines Gegenübers mehr und mehr zu verstehen lernte.

Abends musizierten wir auch gemeinsam, zum Glück hatten wir eine Gitarre, das Singen vereinte unsere Gruppe noch mehr und komplettierte das Gemeinschaftsgefühl. Schlafen ging man erst, wenn einem die Augen zufielen :).

Unsere Arbeit bestand darin, das ruinenhafte Schloss schrittweise wieder zu restaurieren. Ich hatte es in einem etwas besseren Zustand erwartet, und hatte anfangs Bedenken, hier in so kurzer Zeit nichts bewirken zu können. Den meisten ging es ebenso, doch uns wurde bald bewusst, dass dieses Denken durch unser heutiges Leben bedingt ist, wo man “alles schnell fertig machen will”. So ließen wir uns auf das Abenteuer ein, Teil der Restaurierung dieses Schlosses zu werden, indem wir eingestürzte Mauern “entfernten”, d.h. Steine schleppten, Schutt sortierten, Ziegel transportierten, Sand siebten und somit die Möglichkeit schufen, auf solidem Grund wieder neue Mauern entstehen zu lassen.

Als Arbeitsmaterialien standen uns Spitzhacke, Schubkarren, Eimer und Schaufeln sowie Arbeitshandschuhe zur Verfügung.

Eine Besonderheit war auch das Mittagessen: jeder der Teilnehmer kochte einmal im Laufe des workcamps für alle anderen, so dass wir in den Genuss kamen, die kulinarischen Eigenheiten der einzelnen Länder kennenzulernen. Improvisation war ob mancher nicht vorhandener Zutaten gefragt :).

Ich würde jedem empfehlen, bei einem Freiwilligenprojekt mitzumachen, da es eine unvergessliche Zeit ist, die einem neue Türen öffnet. Wenn man 2 Wochen jeden Tag nahezu rund um die Uhr gemeinsam verbringt, kennt man sich sehr gut. Ich habe die Menschen dort sehr lieb gewonnen, und wünsche anderen, diese Erfahrung auch machen zu können!

 

Magdalena