Workcamps in Island

Sommer 2010

Mein Sommer in Island

20.7. Endlich geht mein Flug in den hohen Norden. Nach der Landung nahm ich direkt den Flybus nach Reykjavik. Dort ankommen, ging es zu Fuß in die WF- Unterkunft. Nun hatte ich noch einen guten Tag Zeit, um die Stadt unsicher zu machen. Am 22.7. begann dann mein erstes Workcamp: Vestmannaeyjar Festival. Für die Hinfahrt machte man uns das Angebot, mit dem Minibus die Golden Circle Tour abzufahren. Gesagt getan. Anschließend ging es per Fähre nach Vestmannaeyjar zu unserer Unterkunft: das Sportcenter vom IBV, einem bekannten isländischen Fußballverein. Die (recht große) Gruppe war ein bunt gemixter Haufen mit jungen Freiwilligen aus der ganzen Welt. Dabei waren Freiwillige aus Japan, Taiwan, Korea, den USA und vielen Nationen Europas. Nach dem großen Kennenlernen am ersten Tag begann am nächsten Tag die Arbeit. In der ersten Hälfte des Camps haben wir mit Hilfe einer Metallröhre Geröll in unterschiedliche Boxen gefüllt. Dies sollte als Schutz für die Besucher des Festivals sein. Die Arbeit war immer in zwei Gruppen eingeteilt, eine Frühschicht bis mittags und eine Spätschicht bis 17 Uhr. Die Arbeit war natürlich sehr laut, Gehörschutz gab es aber leider nicht. Auch Arbeitshandschuhe erhielten wir erst auf Nachfrage. In der freien Zeit spielten wir Karten, redeten über alles Mögliche, gingen in den Swimmingpool, welcher sehr schön gemacht war, liefen in die Stadt oder gingen wandern (vor allem auf die beiden Vulkane). An unseren freien Tagen bekamen wir auch Ausflüge von dem Veranstalter vor Ort gesponsert. Dabei machten wir eine Stadtrundfahrt, sahen einen Kinofilm über die Geschichte der Insel und unternahmen eine Bootsrundfahrt um die Inseln. Hinzu kam natürlich auch die Arbeit für die Gruppe. Jeder gehörte mal dem Einkaufs-, dem Putz- bzw. dem Abendessenteam an.
Gegen Ende des Camps fand dann das Festival, welches unvergleichbar war, statt (ein Wochenende), zu dem wir selbstverständlich jeden Abend gingen. Am Tage danach bestand unsere Aufgabe darin, all den angefallenen Müll wieder per Hand aufzusammeln. Und so neigte sich das Camp dem Ende. Am 5.8. ging es dann nach Reykjavik zurück, allerdings mussten ein paar von uns dabei den Überlandbus nehmen, denn kurzfristig haben die Plätze im Minibus leider doch nicht gereicht. Zurück in Reykjavik blieben mir weitere 3 1/2 Tage bis zum Start des nächsten Camps. Zunächst fuhr ich mit einer Teilnehmerin aus meinem ersten Camp nach Hveragerði. Für den 7.8. hatte WF das Angebot gemacht, zur Blue Lagoon zu fahren. Nach einigen Überlegungen haben meine Begleiterin und ich das Angebot genutzt. Vorher haben wir uns allerdings noch die Gay Pride in Reykjavik angesehen. Einen Ausflug in die Blue Lagoon sollte man unbedingt unternehmen, wenn man in Island ist, und sich nicht von dem doch stattlichen Eintrittspreisen abschrecken lassen. Es ist echt schön gemacht. Am letzten Tag in Reykjavik ging es noch zur Hallgrimskirkjaund auf einen großen Flohmarkt.
Am 9.8. begann dann mein zweites Camp: Visual arts and environment in Eskifjorður. So machten wir uns morgens auf den Weg in den Osten, kamen jedoch erst in der Nacht an. Während der kleineren Pausen hielten wir bei Wasserfällen, dem Strand von Vik, beim Gletscher Vatnajökull und bei der Gletscherlagune. Schon während der Fahrt konnte man so seine Gruppe etwas kennen lernen. In diesem auch sehr großen Camp hatten wir ebenso Freiwillige vieler unterschiedlicher Nationen, wie Israel, Japan, Taiwan, den USA und vielen Ländern Europas. In Eskifjorður war leider die Unterkunft nicht annähernd so gut wie in Vestmannaeyjar. Außerdem war die Dusche doch etwas weit weg, die wir im 2km entfernten Swimmingpool nutzen durften. Auch hier begann die Arbeit am zweiten Camptag. Dort haben wir die ganzen zwei Wochen über Unkraut gezupft. Hauptgrund zur Teilnahme an diesem Workcamp war allerdings, mehr über die Fotografie zu lernen. Da ein Fotograf, der uns unterrichten sollte, allerdings erkrankt war, übernahm ein Campteilnehmer dessen Aufgabe. Er hielt zu unterschiedlichen Themen der Fotografie Vorträge und zeigte uns, wie man im Grunde gute Portraitbilder schießen kann. Ziel des Camps war eine Fotoausstellung von Portraits der Einheimischen Eskifjördurs. Wir machten Werbung in Form von Plakaten und Mundpropaganda. Letztendlich gab es zwei Fototage, an denen viele der Einwohner gekommen sind um sich fotografieren zu lassen. Wie geplant fand dann am 20.8. unsere Fotoausstellung statt. Diese wurde natürlich von den Portraitierten, die sich auf den Bildern sehr gefielen, gut besucht. In der restlichen freien Zeit waren natürlich wieder der Putz und das Kochen zu erledigen. Außerdem unterhielten wir uns, gingen schwimmen, falteten Origami und gingen wandern bzw. trainierten das Fotografieren. An dem freien Wochenende machten wir auf Anfrage eines anderen Camps mit diesem eine Bustour in das östliche Hochland Islands. Da das Camp am Montag enden sollte, nutzten viele Teilnehmer bereits das letzte Wochenende, um Island auf eigene Faust zu erkunden. Einige flogen direkt nach Reykjavik. Eine Taiwanerin dieses Camps und ich fuhren allerdings Richtung Norden. Morgens nahmen wir den Bus nach Egilsstaðir und anschließend den Bus nach Myvatn. Dort verbrachten wir eine Nacht. Aufgrund des schlechten Wetters konnten wir aber leider nicht mehr viel unternehmen. Am nächsten Tag ging es mit dem Bus weiter Richtung Norden, entlang an zwei großen Wasserfällen, einem kleinen See und einem imposanten Tal. Am Ende des Tages kamen wir in Akureyri an, wo wir uns ein Hostel nahmen. Da meine Begleiterin einen früheren Flug nach Reykjavik hatte, sah ich mir Akureyri alleine an. Am Abend kam ich Reykjavi an und genoss meinen letzten Abend mit einer letzten Lobster Soup. Nach fünf Wochen Aufenthalt ging es dann in die Heimat, worauf ich mich schon freute.
Neben vielen Eindrücken von Land und Leuten habe ich auch Einblicke in die Kulturen der übrigen Campteilnehmer erhalten. Interessant war dabei die landestypische Küche der übrigen Campteilnehmer. Schade war nur, dass das Budget überwiegend vegetarische Gerichte ermöglichte und diese auch nicht für alle ausreichten.
Ich weiß aber schon jetzt, dass ich Island noch einmal besuchen werde.

Mareen