FÖJ Seminare: Waldvortrag

FÖJ Seminare: Waldvortrag

FÖJ – Seminare

Die FÖJ Seminare, die stets von den 30 bzw. 35 FÖJlerInnen selbst mitgestaltet und –organisiert werden, fallen häufig sehr spannend, bunt und thematisch breit gefächert aus. Auch wir Pädagogen können dabei noch viel lernen, so dass es nie langweilig wird. Verschiedene Programmpunkte eines Seminars werden im Folgenden exemplarisch vorgestellt - zwar nur ansatzweise, doch man gewinnt einen kleinen Einblick in das Geschehen während der beliebten Seminarfahrten. In jenem Seminar, das in der Projekt- und Begegnungsstätte der VJF am Langen See in Grünau stattfand, drehte sich beispielsweise alles um das Thema „Verbraucherverhalten im Alltag“. Es ging darum, sich Verhaltensweisen bewusst zu machen, die in der Gesellschaft zwar weitestgehend als „normal“ angesehen werden, auf den zweiten Blick aber absolut umweltschädlich sein können. Sehr interessant war beispielsweise die Führung durch die ALBA-Sortieranlage in Hellersdorf. Beeindruckend waren die Unmengen von Plastikmüll, die über zahlreiche Fließbänder und Sortiermaschinen mittels Magnetismus, Luftstrom-Mechanismen und anschließend noch einmal von MitarbeiterInnen getrennt werden.

Sehr aufschlussreich war auch ein Besuch bei der Berliner Verbraucherzentrale. Die FÖJlerInnen bekamen spannende Hintergrundinformationen zu Lebensmitteln und (versteckten) Zusatzstoffen in ganz alltäglicher Nahrung. In Kleingruppenarbeit erarbeiteten sie die Ökobilanz diverser Lebensmittel sowie eine Tabelle mit verschiedenen Konservierungsstoffen, Emulgatoren und weiteren E’s sowie deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Informationen zu Lebensmittelkennzeichnung und versuchte Täuschungen durch falsche Werbe-Botschaften und daraus resultierende Abmahnungen durch die Verbraucherzentrale wurden ebenfalls anschaulich vermittelt.

In einer konsumkritischen Stadtführung wurden Herstellung und Verarbeitung von Kleidung, Handys und (Turn-)Schuhen behandelt. Die ökologischen und ökonomischen Zusammenhänge wurden direkt vor drei entsprechenden Läden vermittelt, so dass sie aufgrund der visuellen Anregung umso stärker im Gedächtnis verankert werden konnten.

Bei einer Exkursion zu KunstStoffe e.V. beschäftigte die Gruppe sich mit dem Thema: Wofür kann man Müll noch verwenden? Und wie kann man den Plastikverbrauch im Alltag einschränken? Wichtiger Bestandteil des Programmpunkts waren auch die praktischen Arbeiten. Die FÖJlerInnen konnten Taschen aus alten LKW-Planen und Gummischläuchen anfertigen sowie Portemonnaies und Lampenschirme aus ausgewaschenen TetraPaks basteln. Es war überraschend, welch schöne Dinge aus „Müll“ noch gestaltet werden können.

Was im Text bisher noch nicht deutlich wurde, sind die Freundschaften, die sich während der fünf Seminarwochen unter den TeilnehmerInnen häufig bilden. Neben den inhaltlichen fachlichen Programmpunkten gibt es auch informelle Aktivitäten wie das Klettern im Hochseilgarten oder das gemeinsame Paddeln im Drachenboot, zur Förderung der Gruppendynamik sowie als Ausgleich für das teils straffe Programm.

Während der fünf Tage mit Übernachtung vor Ort können sich die oft gleichgesinnten „Ökis“ abends am Lagerfeuer oder in gemütlicher Runde weiter kennen lernen, so dass am letzten Tag des Abschluss-Seminars auch schon mal Tränen fließen.

Anna Meckelnborg